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29.08.2026

Übersäuerung Körper: Symptome, Ursachen und was hilft

Müde am Morgen, verspannt am Nachmittag, eine Verdauung, die nicht mehr richtig mitspielt. Wer nach den Gründen sucht, stößt schnell auf einen Begriff aus der Naturheilkunde: Übersäuerung Körper. Gemeint ist damit ein Zustand, in dem der Stoffwechsel dauerhaft mehr Säuren bildet, als der Organismus bequem wieder loswird. Was an dieser Vorstellung belegt ist, was umstritten bleibt und welche Stellschrauben du im Alltag tatsächlich hast, klärt dieser Beitrag Schritt für Schritt.
Von: Silvia Schneider
Geschnittenes Gemüse wie Paprika, Pilze, Brokkoli und Kirschtomaten auf einem Holzschneidebrett aus der Vogelperspektive.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Begriff Übersäuerung Körper stammt aus der Naturheilkunde und beschreibt keine ärztliche Diagnose.
  • Der pH-Wert deines Blutes wird sehr eng reguliert. Eine echte Azidose ist ein medizinischer Notfall und hat damit nichts zu tun.
  • Gemeint ist meist eine dauerhafte Beanspruchung der Puffersysteme durch Ernährung, Stress und Bewegungsmangel.
  • Häufig zugeschriebene Anzeichen sind Müdigkeit, Verspannungen, Hautveränderungen und Verdauungsbeschwerden.
  • Urin-Teststreifen zeigen die Säureausscheidung eines Moments, nicht den Zustand deines Gewebes.
  • Die größten Hebel liegen in der Ernährung, im Trinken, in Bewegung und in echten Ruhephasen.

Was ist mit Übersäuerung Körper überhaupt gemeint?

Übersäuerung Körper ist ein Begriff aus der Naturheilkunde und beschreibt die Annahme, dass sich Säuren im Bindegewebe ansammeln, wenn der Stoffwechsel dauerhaft stärker belastet wird, als die Ausscheidungsorgane verarbeiten können. Die Schulmedizin kennt diesen Zustand in dieser Form nicht. Wichtig ist die Unterscheidung von zwei völlig verschiedenen Dingen. Das Blut hat einen sehr eng gehaltenen pH-Wert im leicht basischen Bereich um 7,4. Sinkt er unter 7,35, spricht die Medizin von einer Azidose. Das passiert bei entgleistem Diabetes, bei Nierenversagen oder bei schweren Lungenerkrankungen und gehört sofort in ärztliche Behandlung. Mit dem, was in Fastenkursen und Ernährungsberatungen besprochen wird, hat das nichts zu tun. Der naturheilkundliche Begriff meint etwas anderes: eine anhaltende Mehrarbeit für die Systeme, die Säuren binden und ausleiten. Dein Körper verfügt dafür über drei Wege. Die Lunge atmet Kohlendioxid ab, die Nieren scheiden Säuren über den Urin aus, und im Blut arbeitet das Bikarbonat als Puffer. In der Naturheilkunde wird angenommen, dass diese Systeme bei ungünstiger Ernährung und wenig Erholung dauerhaft am oberen Anschlag laufen und dass sich das im Befinden bemerkbar macht. Diese Annahme ist wissenschaftlich nicht bewiesen. Belegt ist dagegen, dass Lebensmittel eine unterschiedliche Säurelast für die Nieren mitbringen. Die Ernährungswissenschaft misst das mit einem Wert namens PRAL, der potenziellen renalen Säurelast. Fleisch, Wurst, Käse und Getreideprodukte liegen im positiven Bereich, Gemüse, Kräuter und die meisten Obstsorten im negativen. Wer seine Ernährung umstellt, verändert also messbar etwas. Nur eben nicht den pH-Wert seines Blutes.

Welche Symptome werden einer Übersäuerung im Körper zugeschrieben?

Zu den Symptomen einer Übersäuerung im Körper zählt die Naturheilkunde vor allem unspezifische Beschwerden, die viele Menschen aus dem Alltag kennen. Keines dieser Anzeichen beweist für sich genommen etwas, weil jedes davon auch andere Ursachen haben kann. Zusammen ergeben sie aber ein Muster, das sich beobachten lässt.
  • anhaltende Müdigkeit trotz ausreichendem Schlaf
  • Verspannungen im Nacken und im Schulterbereich
  • Kopfschmerzen ohne erkennbaren Auslöser
  • fahle Haut und wiederkehrende Unreinheiten
  • Völlegefühl, Blähungen und ein träges Verdauungsgefühl
  • häufige Infekte in den Wintermonaten
  • Verlangen nach Süßem am späten Nachmittag
Brüchige Nägel und dünner werdendes Haar werden in diesem Zusammenhang ebenfalls oft genannt. Das ist ein eigenes Thema mit eigenen Ursachen und würde hier den Rahmen sprengen. Auffällig ist, wie stark sich diese Liste mit den Beschwerden deckt, über die Menschen vor einer Fastenwoche berichten. Genau deshalb ist der Säure-Basen-Haushalt eines der acht Schwerpunktthemen im Vitality-Programm. Nicht weil eine Zahl im Blut korrigiert werden müsste, sondern weil die Maßnahmen, die dahinter stehen, an vielen Stellen gleichzeitig ansetzen. Ein Hinweis zur Abgrenzung: Sodbrennen und saures Aufstoßen sind etwas anderes. Dabei geht es um die Magensäure und um einen Rückfluss in die Speiseröhre. Das ist eine mechanische Sache, kein Thema des Säure-Basen-Haushalts, und wird auch völlig anders behandelt.

Wie entsteht eine Übersäuerung des Körpers?

Als Ursachen gelten in der Naturheilkunde nicht einzelne Lebensmittel, sondern ein Zusammenspiel aus Ernährung, Bewegung, Atmung und Stress über längere Zeit. Kein Mensch übersäuert an einem Stück Kuchen. Entscheidend ist, was über Monate hinweg zur Gewohnheit wird. Auf der Ernährungsseite stehen vier Muster im Vordergrund. Viel tierisches Eiweiß aus Fleisch, Wurst und Käse bringt eine hohe Säurelast mit. Zucker und Weißmehlprodukte liefern kaum Mineralstoffe, die als Gegenspieler wirken könnten. Kaffee und Alkohol entziehen dem Körper Flüssigkeit, die er für die Ausscheidung über die Nieren braucht. Und gleichzeitig fehlt in vielen Ernährungsweisen schlicht das Gemüse, das die Gegenseite bilden würde. Dazu kommen drei Faktoren, die mit Essen gar nichts zu tun haben. Anhaltender Stress hält den Stoffwechsel in einem Zustand erhöhter Aktivität. Bewegungsmangel bedeutet, dass weniger Kohlendioxid abgeatmet wird und der Lymphfluss stockt. Und flaches Atmen, wie es sich bei Schreibtischarbeit fast automatisch einstellt, reduziert genau den Weg, über den der Organismus am schnellsten Säuren loswird. Ein Punkt, der in der Dr. F. X. Mayr Methode besonderes Gewicht hat, ist das Tempo beim Essen. Wer hastig isst und kaum kaut, schickt schlecht vorbereitete Nahrung in den Darm. Dort entstehen bei der Zersetzung Gärungs- und Fäulnisprodukte, die den Stoffwechsel zusätzlich belasten. Langsames Kauen ist deshalb keine Marotte, sondern die erste Entlastung, die nichts kostet.

Lässt sich eine Übersäuerung im Körper feststellen?

Verlässlich messen lässt sich eine Übersäuerung im Körper nach naturheilkundlichem Verständnis nicht. Die verbreiteten Urin-Teststreifen zeigen den pH-Wert des Urins zu einem bestimmten Zeitpunkt. Sie sagen etwas darüber aus, was die Nieren gerade ausscheiden, aber nichts über den Zustand deines Bindegewebes. Dieser Wert schwankt im Tagesverlauf ganz erheblich, und zwar bei gesunden Menschen genauso wie bei kranken. Morgens ist der Urin meist saurer, nach einer Mahlzeit verschiebt er sich ins Basische. Ein einzelner Streifen sagt darum wenig. Wer trotzdem messen möchte, sollte über mehrere Tage zu festen Zeiten messen und das Ergebnis als groben Verlauf lesen, nicht als Diagnose. Aussagekräftiger als jeder Teststreifen ist die eigene Beobachtung über einige Wochen. Wie fühlst du dich morgens nach dem Aufstehen? Wie reagiert deine Verdauung auf bestimmte Mahlzeiten? Wann kommt die Müdigkeit am Nachmittag? Diese Fragen führen in der Praxis weiter als eine Zahl auf einem Papierstreifen. Genau das ist auch der Ansatz der Mayr-Methode: der Körper wird beobachtet und befragt, nicht vermessen. Wenn Beschwerden anhalten, gehört die Abklärung in ärztliche Hände. Ein Blutbild, Leberwerte, Nierenwerte und Schilddrüsenwerte klären in kurzer Zeit, ob eine behandlungsbedürftige Ursache dahintersteckt. Diese Abklärung ersetzt keine Ernährungsumstellung, aber eine Ernährungsumstellung ersetzt sie eben auch nicht.

Übersäuerung Körper: was du im Alltag verändern kannst

Wer den Säure-Basen-Haushalt entlasten möchte, verändert am wirkungsvollsten das Verhältnis auf dem Teller und die Art, wie er isst. Die einzelnen Maßnahmen sind unspektakulär. Ihre Wirkung entsteht daraus, dass sie zusammen und über Wochen umgesetzt werden.
  • Fülle mindestens die Hälfte jedes Tellers mit Gemüse, Salat und Kräutern.
  • Reduziere Zucker und Weißmehl schrittweise, statt sie von heute auf morgen zu streichen.
  • Trinke über den Tag verteilt stilles Wasser und ungesüßten Kräutertee.
  • Kaue jeden Bissen, bis er flüssig ist. Das ist die zentrale Übung der Mayr-Methode.
  • Iss abends leicht und früh genug, damit die Nacht der Verdauung gehört.
  • Geh täglich zwanzig Minuten an die frische Luft und atme dabei bewusst tief.
  • Plane echte Pausen ein, in denen weder Bildschirm noch Termine warten.
Basenpulver kann diesen Prozess unterstützen und ist im Vitality-Programm fester Bestandteil der Begleitung. Es ersetzt allerdings keine der sieben Gewohnheiten oben. Wer ein Pulver einnimmt und sonst alles beim Alten lässt, wird wenig bemerken. Erwarte keine Veränderung über Nacht. Wenn sich über Jahre etwas eingespielt hat, braucht der Weg zurück ebenfalls Zeit. Viele Menschen berichten, dass sich nach zwei bis drei Wochen konsequenter Umstellung zuerst der Schlaf verändert und danach das Energieniveau am Nachmittag.
Tätowierte Hände schneiden mit einem Messer frische Radieschen in dünne Scheiben auf einem weißen Schneidebrett.

Welche Rolle spielt der Darm beim Säure-Basen-Haushalt?

Der Darm entscheidet mit, wie viel Belastung überhaupt entsteht. Wird Nahrung schlecht aufgeschlossen, verlängert sich ihre Verweildauer, und bei der Zersetzung entstehen Stoffwechselprodukte, die der Organismus zusätzlich verarbeiten muss. Ein entlasteter Darm bedeutet also weniger Arbeit für alle nachgelagerten Systeme. Genau hier setzt die Dr. F. X. Mayr Methode an. Sie behandelt den Verdauungstrakt nicht als Nebenschauplatz, sondern als Ausgangspunkt. Schonkost, gründliches Kauen und gezielte Ruhephasen für den Darm sind ihre drei Werkzeuge. Wie eine solche Entlastung praktisch abläuft, beschreibt der Beitrag zur Darmreinigung durch Heilfasten im Detail. Wenn du wissen möchtest, wie sich das über eine ganze Woche strukturiert umsetzen lässt, findest du den Ablauf in der Mayr‒Kur für zuhause. Beides sind konkrete Wege, die Ernährung und Verdauung gleichzeitig in den Blick nehmen, statt nur an einer einzelnen Schraube zu drehen.

Wann du ärztlichen Rat einholen solltest

Es gibt Beschwerden, bei denen keine Ernährungsumstellung der richtige erste Schritt ist. Suche ärztliche Hilfe, wenn Müdigkeit oder Leistungsabfall plötzlich auftreten, wenn du ungewollt Gewicht verlierst, wenn Schmerzen dazukommen oder wenn sich trotz konsequenter Veränderung über mehrere Wochen nichts bewegt. Übersäuerung Körper ist ein Erklärungsmodell, keine Diagnose. Wer eine körperliche Ursache ausschließen möchte, kommt um die ärztliche Untersuchung nicht herum. Auch bei bestehenden Erkrankungen der Nieren, der Leber oder des Herzens und bei Diabetes gehört jede größere Ernährungsumstellung vorab besprochen. Dasselbe gilt, wenn du regelmäßig Medikamente einnimmst, weil sich deren Wirkung mit veränderter Ernährung verschieben kann. Fasten und Basenkuren sind für gesunde Erwachsene gedacht, nicht als Behandlung einer Diagnose.

Über den Autor:

Silvia Schneider
Coach
Seit über 37 Jahren begleite ich Menschen auf ihrem Weg zu besserer Gesundheit und Wohlbefinden. Die Liebe zu jedem einzelnen Menschen bewegt mich, einen Beitrag für die Gesunderhaltung des Körpers zu leisten. Gerne unterstütze ich dich, dein Leben auf allen Ebenen zu transformieren, indem du dich selbst besser verstehst und neue Wege zu Wohlbefinden und Vitalität entdeckst. Mein Vitality-Programm Fasten@Home bietet dazu eine optimale Grundlage.

Häufige Fragen zu Übersäuerung Körper

Übersäuerung im Körper: was tun als Erstes?

Beginne bei den Mahlzeiten, die du ohnehin täglich isst. Erhöhe den Gemüseanteil, reduziere Zucker und Weißmehl und trinke über den Tag verteilt mehr Wasser. Nimm dir zusätzlich vor, jeden Bissen deutlich länger zu kauen als gewohnt. Diese vier Punkte kosten nichts, brauchen keine Vorbereitung und wirken zusammen stärker als jedes einzelne Präparat.

Wie macht sich eine Übersäuerung im Körper bemerkbar?

Beschrieben werden meist unspezifische Beschwerden: anhaltende Müdigkeit, Verspannungen im Nacken, fahle Haut, Völlegefühl und eine erhöhte Infektanfälligkeit. Keines dieser Anzeichen ist beweisend, weil jedes auch andere Ursachen haben kann. Aufmerksam werden solltest du, wenn mehrere davon gleichzeitig auftreten und über Wochen bestehen bleiben.

Was hilft bei Übersäuerung im Körper wirklich?

Am meisten bewirkt die Kombination aus mehr pflanzlicher Kost, ausreichend Flüssigkeit, täglicher Bewegung an der frischen Luft und echten Erholungsphasen. Basenpulver kann begleitend eingesetzt werden, ersetzt diese Grundlagen aber nicht. Entscheidend ist die Dauer: Wochen, nicht Tage.

Kann ich eine Übersäuerung selbst messen?

Urin-Teststreifen aus der Apotheke zeigen den pH-Wert des Urins in einem Moment. Weil dieser Wert im Tagesverlauf stark schwankt, ist ein einzelner Messwert wenig aussagekräftig. Wenn du messen möchtest, tu es über mehrere Tage zu denselben Uhrzeiten und lies das Ergebnis als Verlauf, nicht als Diagnose.

Ist eine Übersäuerung dasselbe wie Sodbrennen?

Nein. Sodbrennen entsteht, wenn Magensäure in die Speiseröhre zurückfließt, und ist ein mechanisches Problem des Schließmuskels. Der Säure-Basen-Haushalt betrifft dagegen den gesamten Stoffwechsel. Beides wird oft verwechselt, hat aber unterschiedliche Ursachen und wird unterschiedlich behandelt.

Wie lange dauert es, bis sich etwas verändert?

Rechne mit mehreren Wochen. Viele Menschen berichten, dass sich zuerst der Schlaf und die Verdauung verändern und dass das Energieniveau später nachzieht. Wer nach ein paar Tagen nichts bemerkt und aufgibt, bricht meist genau vor dem Punkt ab, an dem sich die Umstellung zeigt.
Wenn du merkst, dass mehrere der beschriebenen Anzeichen auf dich zutreffen, musst du das nicht allein sortieren. Im unverbindlichen Erstgespräch schauen wir gemeinsam auf deine Ernährung, deinen Alltag und deine Beschwerden und klären, ob eine begleitete Fastenwoche für dich der passende Einstieg ist. Buche dir dafür einen Termin, der in deinen Kalender passt.

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